Du scrollst durch LinkedIn und weißt nach zwei Zeilen: Das hat die KI geschrieben. Ein langer Gedankenstrich, ein „Das ist kein Zufall. Das ist Strategie.“ und am Ende eine Rakete. Und ganz ehrlich, die Person dahinter sinkt dabei ein kleines bisschen in deinem Ansehen.
Die gute Nachricht: KI-Texte schreiben, die nicht nach KI klingen, ist kein Hexenwerk. Du musst nur wissen, woran man sie erkennt, und deiner KI genau das abgewöhnen. Wie das geht, liest du hier. Die ganze Folge hörst du oben.
KI-Texte erkennen: Warum klingen sie alle gleich?
Ein KI-Text ist ein Text, den ChatGPT, Claude oder Gemini geschrieben hat und der genau so übernommen wurde, wie er herauskam.
Warum klingen diese Texte alle gleich? Im Grunde genommen ist die Antwort einfach: Ohne Vorgaben wählt die KI immer den wahrscheinlichsten nächsten Satz. Und der ist bei allen derselbe. Weiß die KI nicht, wie du sprichst und was du vermeiden willst, kommt bei dir dasselbe heraus wie bei allen anderen.
Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen zwei Arten, mit KI zu schreiben:
- KI-generiert: Die KI schreibt, du übernimmst den Text unbearbeitet.
- KI-unterstützt: Du lieferst Inhalt, Geschichte und Meinung, die KI hilft dir beim Formulieren.
Das Zweite ist völlig in Ordnung. Genau so solltest du KI nutzen. Wer heute ganz auf KI verzichtet, wird abgehängt.
Woran erkennt man KI-Texte? 7 Merkmale
Ein einzelnes Merkmal ist noch kein Beweis. Es kommt auf die Menge an. Wenn aber mehrere davon in einem Text stehen, merkt man es sofort.
- Der lange Gedankenstrich (—) mitten im Satz. Im echten Deutsch sehr selten, bei der KI ständig. Sie baut damit eine Art Pause ein.
- „Das ist kein X. Das ist Y.“ oder „Nicht X, sondern Y“. Klingt nach Werbung und steht in unzähligen KI-Posts.
- Immer Dreiergruppen: drei Gründe, drei Tipps, drei Adjektive.
- Stakkato: viele kurze Sätze, jeder Satz ein eigener Absatz. Wirkt wichtig, ist es aber nicht.
- KI-Einstiege wie „In der heutigen schnelllebigen Welt …“. Das würdest du nie zu jemandem sagen, der dir gegenübersitzt.
- Wörter, die niemand sagt: bahnbrechend, eintauchen, und mein Lieblingsbeispiel, „ein Business, das trägt“. Ich habe noch nie einen Menschen so reden hören. Wohin soll mich das eigentlich tragen?
- Begeisterung ohne Beispiel: Alles ist „unglaublich wertvoll“, aber nirgends steht, warum.
Der einfachste Test für jeden Satz: Würdest du das so sagen, wenn dir jemand am Tisch gegenübersitzt?
Funktionieren KI-Detektoren?
KI-Detektoren sind Programme, die erkennen sollen, ob ein Text von einer KI oder von einem Menschen stammt. Zuverlässig sind sie nicht. Sie markieren auch Texte, die Menschen geschrieben haben, und leicht überarbeitete KI-Texte rutschen durch.
Ich selbst habe noch nie einen benutzt. Ehrlich gesagt habe ich Besseres zu tun, als zu prüfen, ob jemand anderes seine Texte selbst geschrieben hat. Deine Leserinnen und Leser nutzen auch keinen Detektor. Sie merken es am Gefühl, und dafür reichen die sieben Merkmale oben.
Stört es deine Kundinnen und Kunden, wenn die KI mitschreibt?
Bei unbearbeiteten KI-Texten merken es immer mehr Menschen. Wer täglich scrollt, kennt die Muster. Viele können die ewig gleichen KI-Posts auf LinkedIn und Instagram schlicht nicht mehr sehen.
Dass dir eine KI geholfen hat, stört dagegen kaum jemanden. Das ist längst Standard. Was stört, ist ein Text, in dem du nicht vorkommst: unpersönlich, austauschbar, ohne Haltung.
Ob und wann du KI-Texte kennzeichnen musst, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt: KI-Kennzeichnungspflicht: Was der EU AI Act für Online-Kurse, Blog und Social Media bedeutet
KI-Texte menschlich klingen lassen: So geht’s
1. Schreib dir eine Verbotsliste
Ich habe eine Liste mit allem, was in meinen Texten nie vorkommen darf. Jeder Text, den die KI für mich schreibt, wird vorher dagegen geprüft, ohne Ausnahme. Das macht die KI selbst, wenn du es ihr sagst:
„Prüfe den Text gegen meine Liste und schreib jede Stelle um, die darauf steht.“
Ein Blick in meine Liste, als Anregung für deine:
- KI-Überleitungen wie „Schauen wir uns das genauer an“ oder „Zusammenfassend lässt sich sagen“. Kein Mensch redet so am Küchentisch.
- Die Frage, die sich der Text selbst stellt: „Aber was bedeutet das konkret?“ Und direkt danach kommt die Antwort.
- Marketing-Sprech wie „dein nächstes Level“. Vor zehn Jahren habe ich das selbst noch geschrieben. Heute kann es niemand mehr hören, mit oder ohne KI.
- Spiegelsätze wie „Klarheit ist das Fundament. Sichtbarkeit ist der Weg. Kunden sind das Ziel.“ Klingt gut, löst aber kein einziges Bild im Kopf aus.
- Persönliche Tabus: Ich spreche zum Beispiel selten von „Schwingungen“, und ich sage lieber „Leichtigkeit“ als „Schnelligkeit“.
2. Gib der KI deine Stimme
Die KI kann deinen Stil lernen, wenn du ihr echte Texte von dir gibst: Blogbeiträge, Mails, Posts. Ich habe dafür meine Bücher analysieren lassen, die ich komplett ohne KI geschrieben habe. Daraus ist meine Brand Voice entstanden, eine Beschreibung, wie ich spreche und schreibe. Die bekommt die KI bei jedem Text mit.
Ein Prompt zum Ausprobieren:
„Hier sind drei Texte, die ich selbst geschrieben habe: [einfügen]. Analysiere meinen Stil: Satzlänge, Lieblingswörter, typische Einstiege und Dinge, die ich nie schreiben würde. Mach daraus ein Profil, das ich dir künftig mitgeben kann.“
3. Bring Substanz mit, die nur du hast
Eine eigene Geschichte, eine Zahl aus deinem Business, eine Meinung, mit der nicht alle einverstanden sind: Ein Text mit Substanz klingt selten wie alle anderen.
Ein Beispiel von einer Ernährungsberaterin:
- KI pur: „Dein Körper verdient Leichtigkeit, und genau die ist möglich. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt. 🚀“
- Mit Substanz: „Letzte Woche hat mir eine Klientin erzählt, dass sie seit Monaten um vier Uhr morgens wach liegt und an Essen denkt. Nach drei Wochen ohne Diätplan schläft sie wieder durch. So kann es gehen.“
Das zweite ist immer noch Social Media, aber es klingt nach einem Menschen.
4. Lies laut vor
Bevor ein Text rausgeht: einmal laut lesen. Was du so nie sagen würdest, fliegt raus.
Deine Aufgabe für diese Woche
Achte beim nächsten Scrollen darauf, was dir an KI-Texten auffällt und was du selbst auf keinen Fall so schreiben willst. Daraus wird deine eigene Verbotsliste mit mindestens fünf Punkten. Leg sie in dein KI-Projekt bei ChatGPT oder Claude und sag der KI: „Prüfe jeden Text gegen diese Liste, bevor du ihn mir zeigst.“
Und dann schreib mir, welches KI-Wort dich am meisten nervt, als Antwort auf meinen Newsletter oder unter dem YouTube-Video.
Alle Begriffe aus dieser Folge, von der Brand Voice bis zum KI-Detektor, findest du ohne Fachchinesisch erklärt im kostenlosen KI-Lexikon. Bei jedem Begriff steht ein Auftrag, den du direkt ausprobieren kannst.
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Kapitel
[00:00] Einstieg: Nach zwei Zeilen erkannt
[01:17] Warum KI-Texte alle gleich klingen
[02:47] KI-Detektoren: Lohnt sich das?
[03:22] Sieben Merkmale, die dich verraten
[06:32] Stört es deine Kundinnen und Kunden?
[07:40] Meine Verbotsliste
[08:36] Ein Blick in meine Liste
[10:10] Brand Voice und Substanz
[11:08] Vorher und nachher
[12:00] Deine Aufgabe für diese Woche
Links
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Über mich
Ich bin Sonja Kreye. Über 5.000 Online-Kurse habe ich verkauft, dafür den Digistore-Award für 1 Mio Euro Umsatz bekommen, und ich bin dreifache Amazon-Bestseller-Autorin. Mein Business läuft automatisiert. Jetzt baue ich es mit KI um, und du bist dabei.

