„Die 100 besten ChatGPT-Prompts“: Solche Listen mit KI-Prompts findest du überall, oft sogar gratis. Und trotzdem klingen die Ergebnisse bei den meisten irgendwie gleich. Warum eigentlich?
Die kurze Antwort: Ein KI-Prompt ist nur so gut wie die Methode dahinter und das, was die KI über dich weiß. Was das konkret heißt, ob du Prompten überhaupt noch lernen musst und was du in einer halben Stunde einrichten kannst, damit die KI ab morgen mehr nach dir klingt, liest du hier. Die ganze Folge hörst du oben.
Was ist ein Prompt?
Prompt: die Anweisung oder Frage, die du einer KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini gibst. Aus dem Prompt und dem, was die KI sonst über dich und deine Aufgabe weiß, entsteht das Ergebnis.
Ein Prompt kann ein einziger Satz sein („Schreib mir einen Newsletter zum Thema Schlaf“) oder eine ausführliche Anleitung mit Hintergrund, Ziel und Beispielen. Je mehr die KI über dich, deine Zielgruppe und dein Ziel weiß, desto besser passt das Ergebnis.
Muss ich Prompten lernen?
Eine ganze Zeit lang hat es Sinn ergeben, Prompten zu lernen. Es gab Formeln, Online-Kurse und sogar Ausbildungen zum Prompt-Engineer. Die KI hat damals nur verstanden, was man ihr ganz genau gesagt hat.
Heute versteht sie normale Sprache. Zauberformeln brauchst du keine mehr, um gute Ergebnisse zu bekommen. Du musst kein Prompt-Profi werden. Viel wichtiger sind zwei andere Dinge: eine Methode, die dich zum Ziel führt, und Kontext über dich und dein Business.
Warum Listen mit KI-Prompts zu Einheitsbrei führen
Das eigentliche Problem der Gratis-Listen: Sie wissen nichts von dir. Sie kennen deine Zielgruppe nicht, deine Positionierung nicht, dein Angebot nicht und deinen Tonfall auch nicht. Das Ergebnis ist Einheitsbrei.
Dazu kommt: Jeder Prompt steht für sich. Keiner baut auf dem anderen auf, keiner führt dich irgendwohin. Wenn du die Prompts einfach losgelöst eingibst, kommt jedes Mal etwas anderes heraus.
Und dann wundern sich alle, dass auf LinkedIn und Instagram plötzlich jeder Post gleich klingt. Viele Leserinnen und Leser können diese KI-Posts schon nicht mehr sehen.
Was gute KI-Prompts ausmacht
Eine Methode dahinter. Ein guter Prompt ist kein besonders schlauer Satz mit ein bisschen Magie drin. Er ist ein Schritt in einer Methode. Die Prompts in meinem Online-Kurs-DNA KI-Edition zum Beispiel sind genau so aufgebaut: Jeder ist ein Schritt auf dem Weg zum eigenen Online-Kurs, den man dann auch erfolgreich verkauft. Sie fragen am Anfang nach deiner Expertise, deiner Geschichte und dem, was dich ausmacht, und bauen aufeinander auf. Birgit Straub-Müller, Money Coach und eine meiner ersten Kundinnen in dieser Edition, hat damit in sehr kurzer Zeit ihren ersten Online-Kurs veröffentlicht und gleich 13 Kundinnen und Kunden gewonnen.
Kontext. Wenn die KI dein Kundenprofil kennt, deine Angebote und ein paar Texte von dir gelesen hat, kann sie in deiner Stimme schreiben. Meine Regel: Bevor die KI einen Satz für mich schreibt, bekommt sie mein Kundenprofil und meine Brand Voice. Das ist eine Beschreibung, wie ich schreibe und rede, plus eine Liste mit Floskeln, die bei mir nie vorkommen dürfen.
Auf dieser Liste steht zum Beispiel „das trägt“. Ein Business, das trägt. Eine Beziehung, die trägt. Da bekomme ich sofort Ausschlag! Das sagt im echten Leben niemand, das schreibt nur die KI.
Ein klares Ziel. Sag der KI, was am Ende herauskommen soll und für wen.
Beispiel: ein schwacher und ein guter Prompt
Ein schwacher Prompt:
Schreib mir einen Instagram-Post über gesunde Ernährung.
Das Ergebnis könnte jeder posten.
Ein guter Prompt, zum Beispiel von einer Ernährungsberaterin:
Ich bin Ernährungsberaterin und begleite berufstätige Frauen ab 45, die in den Wechseljahren zugenommen haben und keine Lust mehr auf Diäten haben. Ich spreche locker und direkt, ohne erhobenen Zeigefinger. Wörter wie „Detox“ und „Superfood“ benutze ich nie. Schreib mir einen Instagram-Post, der erklärt, warum Frühstück auslassen in den Wechseljahren oft nach hinten losgeht. Ziel: Die Leserinnen sollen sich verstanden fühlen und mir folgen. Stell mir zuerst die Fragen, die dir noch fehlen.
Der zweite Prompt ist länger, aber das meiste davon schreibst du nur einmal. Dazu gleich mehr.
Kontext einmal einrichten: Projekte und Skills
Viele hängen gerade genau hier: Sie fangen jeden Chat neu an und erklären jedes Mal wieder, wer sie sind und was sie vorhaben. Besser ist es, dieses Wissen einmal abzulegen.
Projekte. In ChatGPT und Claude kannst du ein Projekt anlegen, eine Art Ordner mit deinem Hintergrundwissen. Jeder neue Chat in diesem Projekt kennt dieses Wissen automatisch: wie du sprichst, wer deine Zielkundinnen und Zielkunden sind, was du anbietest.
Skills. Eine Stufe weiter gehen Skills. Das sind gespeicherte Arbeitsanleitungen, die die KI hervorholt, sobald die Aufgabe ansteht. Ich habe zum Beispiel einen Skill für die Stichpunkte meiner Podcastfolgen. Er kennt den Aufbau, den Einstiegssatz, den Aufruf am Ende, und er weiß, dass er nie eine Geschichte erfinden darf. Ich sage nur noch „Erstelle die Outline für Folge 4“, und die KI weiß, was zu tun ist.
Reden statt befehlen
Die KI ist kein Automat für den einen perfekten Befehl. Lange wurde behauptet, nur mit dem richtigen Superprompt komme das gewünschte Ergebnis heraus. Das ist praktisch, wenn man Prompt-Sammlungen verkaufen will. Es stimmt aber nicht.
Sieh die KI eher als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter, mit dem du sprichst. Ich sage ihr zuerst, was ich vorhabe und was mein Ziel ist, und bitte sie: „Stell mir zuerst Fragen, bevor du loslegst.“ Dann merkst du sofort, ob du sie gut genug gebrieft hast. Die KI sagt dir, welche Information ihr noch fehlt.
Passt ein Ergebnis noch nicht, fang nicht neu an. Sag ihr, was anders werden soll, damit sie es im Projekt oder im Skill anpassen kann. Genauso wie bei einem Mitarbeiter: Wenn etwas noch nicht so läuft, wie du es dir wünschst, sprichst du es an, und beim nächsten Mal klappt es.
Deine Aufgabe für diese Woche: ein Projekt in einer halben Stunde
- Leg in ChatGPT oder Claude ein neues Projekt an. Das geht in einer Minute.
- Schreib auf, wer du bist und was du anbietest, wer deine Zielgruppe ist und was sie nachts wach hält, und wie du sprichst.
- Leg drei Texte dazu, die richtig nach dir klingen: Mails, Posts oder ein Blogbeitrag.
- Arbeite ab jetzt in diesem Projekt, ganz normal im Gespräch. Ein guter erster Satz: „Das ist mein Ziel. Stell mir zuerst die Fragen, die dir noch fehlen.“
Die Liste mit den 100 Gratis-Prompts brauchst du dafür nicht. Probier es aus und schreib mir, wie sich deine Texte verändert haben, als Antwort auf meinen Newsletter oder unter dem YouTube-Video.
Alle Begriffe aus dieser Folge, von Prompt über Kontext bis zu Projekten und Skills, findest du ohne Fachchinesisch erklärt im kostenlosen KI-Lexikon. Bei jedem Begriff steht ein Auftrag, den du direkt ausprobieren kannst.
Du willst deinen ersten Online-Kurs mit KI erstellen? Im kostenlosen KI-Videotraining zeige ich dir, wie du ihn verkaufst, bevor er fertig ist.
Kapitel
[00:00] Einstieg: Die 100 besten Prompts
[01:11] Das Problem mit Prompt-Listen
[02:10] Was einen guten Prompt ausmacht
[02:52] Birgit: 13 Kunden mit den Prompts aus dem Kurs
[03:25] Kontext: Was weiß die KI über dich?
[04:50] Meine Brand Voice und die Floskel, die nie vorkommt
[05:30] Einmal einrichten: Projekte und Skills
[08:04] Reden statt befehlen
[10:20] Deine Aufgabe für diese Woche
[11:20] KI-Lexikon und Kernsatz
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Über mich
Ich bin Sonja Kreye. Über 5.000 Online-Kurse habe ich verkauft, dafür den Digistore-Award für 1 Mio Euro Umsatz bekommen, und ich bin dreifache Amazon-Bestseller-Autorin. Mein Business läuft automatisiert. Jetzt baue ich es mit KI um, und du bist dabei.

