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Weitere InformationenEin Lead Magnet in unter drei Stunden, statt wochenlang vor dem leeren Dokument zu sitzen. Genau dafür habe ich mir im September 2025 zusammen mit einem KI-Experten meinen ersten eigenen KI-Helfer gebaut. Heute würde ich stattdessen einen KI-Agenten erstellen. Und vor allem selbst, ohne eine Zeile Code.
Die kurze Antwort auf die Frage, wie du einen KI-Agenten erstellst: Du legst in ChatGPT oder Claude ein Projekt an, gibst ihm eine feste Aufgabe mit mehreren Schritten, deine Unterlagen und klare Grenzen. Wie das im Einzelnen geht, liest du hier. Die ganze Folge hörst du oben.
Was ist ein KI-Agent? Chat, Assistent und Agent im Vergleich
Der Begriff wird gerade für alles Mögliche benutzt. Ausführlich erkläre ich ihn in meinem Artikel Was ist ein KI-Agent?. Für den Einstieg hilft diese Unterscheidung:
- Normaler Chat: Du erklärst jedes Mal neu, wer du bist und was du willst. Je mehr Kontext du mitgibst, desto besser die Antwort.
- Assistent: Er kennt deine Anweisungen und dein Wissen, zum Beispiel deine Brand Voice und deine Angebote. Er antwortet aber nur auf das, was du fragst.
- KI-Agent: Er bekommt eine Aufgabe und arbeitet sie selbst in mehreren Schritten ab. Er sucht, prüft, entscheidet und liefert ein fertiges Ergebnis.
Brauche ich zum KI-Agent-Erstellen Programmierkenntnisse?
Nein. Für deinen ersten Agenten reicht ein Projekt in ChatGPT oder Claude. Dort legst du Anweisungen und Dateien ab, und die Websuche ist eingebaut.
Claude Code, Claude Cowork oder den Agent-Modus von ChatGPT brauchst du erst, wenn dein Agent auch in anderen Programmen, im Browser oder mit Dateien auf deinem Rechner arbeiten soll.
Was du brauchst, ist ein Konto bei ChatGPT oder Claude. Ich rate dir zu einem bezahlten Tarif. Bei Claude kannst du zwar auch kostenlos einige Projekte anlegen, du kommst damit aber meist nicht weit.
Und Custom GPTs? OpenAI hat angekündigt, Custom GPTs zum Jahresende einzustellen. Ersatz sind sogenannte Plugins, in die du deine GPTs umziehen kannst. Neue KI-Helfer baue ich deshalb nicht mehr als Custom GPT, sondern vor allem in Claude.
Beispiele: meine KI-Helfer und mein erster echter Agent
Der Lead-Magnet-Generator. Meine Kundinnen und Kunden wissen, dass sie einen Lead Magneten brauchen. Oft scheitern sie aber daran, dass sie keine Idee haben, oder die Idee gibt es schon tausendfach. Der Generator stellt sieben Fragen zu Zielgruppe und Thema, schlägt mehrere Ideen mit Titel und Format vor und schreibt zur gewählten Idee den kompletten Text, inklusive Handlungsaufruf. Eine Tierheilpraktikerin hatte damit in kürzester Zeit ihren Lead Magneten fertig, samt einer E-Mail-Serie mit sieben Mails.
Der Caption-Creator schreibt Captions für Instagram nach erprobten Formeln aus meinen zehn Jahren Online-Marketing. Als Kontext bekommt er zum Beispiel die Texte meines Videotrainings, Webinars oder Lead Magneten. Zwei Formeln daraus:
- „Was ich gern gewusst hätte, als ich vor [X] Jahren mit [Problem] gekämpft habe … Lies die Caption ⬇️“
- „Alle reden über [Ziel, z. B. ausgebuchte Praxis], aber eins lassen sie immer weg …“ und dann wird genau dieses eine erklärt.
Beide sind noch keine Agenten. Sie antworten, aber sie arbeiten keine Aufgabe selbst ab.
Mein Podcast-Agent ist ein echter Agent. Seine Aufgabe: eine fertige Folge veröffentlichen. Er setzt die Musik davor und danach, legt die Folge beim Podcast-Anbieter an, bereitet den Blogbeitrag in WordPress und den Newsletter-Entwurf vor und legt Posts und Reels in meinem Planungstool an. Ein zweiter Agent sucht vorher im Transkript die besten Stellen für Clips und schreibt die Captions dazu.
Seine wichtigste Grenze: Er veröffentlicht nichts selbst. Bevor etwas rausgeht, schaut immer ein Mensch drüber, meine Assistentin Vera oder ich. Das Ergebnis: Ich muss den Podcast nur noch einsprechen. Den Dienstleister für Schnitt und Upload brauche ich nicht mehr, und aus jeder Folge entstehen automatisch Reels und LinkedIn-Posts. Genau die Vermarktung ist früher bei mir oft hinten runtergefallen.
Welche Aufgaben eignen sich für deinen ersten KI-Agenten?
An drei Fragen erkennst du eine gute erste Aufgabe:
- Kommt sie regelmäßig wieder? Bei mir: zwei Podcastfolgen pro Woche.
- Läuft sie immer nach demselben Muster ab?
- Siehst du am Ergebnis schnell, ob es gut ist?
Schlechte erste Aufgaben sind alles, wo der Agent für dich entscheidet oder etwas verschickt.
Ideen für Coaches und Expert:innen:
- Hook-Agent: recherchiert, was deine Zielgruppe gerade beschäftigt, und schreibt zehn Hooks für Reels und Karussells
- LinkedIn-Agent: findet aktuelle Themen deiner Branche und liefert Post-Ideen samt erstem Satz
- Wettbewerbs-Agent: schaut sich drei bis fünf Mitbewerber an, vergleicht Angebote und Preise und zeigt dir eine Lücke
KI-Agent erstellen: der Bauplan aus 7 Bausteinen
Am Beispiel eines Hook-Agenten für Instagram:
- Rolle: Wer ist er, wofür ist er da? „Du bist Experte für Reichweite auf Instagram und findest Hooks für die Reels zu meinem Lead Magneten.“
- Unterlagen: Was muss er über dich wissen? Zum Beispiel den Text deines Lead Magneten oder eine Seite mit Angebot und Zielgruppe, dazu drei Texte von dir, damit er hört, wie du klingst.
- Ablauf: Welche Schritte arbeitet er nacheinander ab? Thema klären, recherchieren, mit deinen Unterlagen abgleichen, auswählen, schreiben. Wenn dir die Reihenfolge nicht klar ist, frag die KI. Ich habe mich anfangs schwergetan, in festen Abläufen zu denken. Das muss man aber gar nicht allein können.
- Werkzeuge: Was darf er benutzen? Websuche und deine Dateien, oder vielleicht auch dein E-Mail-Programm?
- Ausgabe: Wie sieht das Ergebnis aus? Zum Beispiel Fundstellen mit Quelle, drei Aufhänger und zehn Hooks.
- Selbstkontrolle: Was prüft er, bevor er antwortet? „Klingt das nach mir? Versteht meine Zielgruppe das ohne Fachbegriffe?“
- Grenzen: Was tut er nie? „Keine Zahlen oder Zitate erfinden. Nichts selbstständig posten.“
So legst du deinen Agenten als Projekt an
Projekt in ChatGPT oder Claude erstellen, den Bauplan als Anweisung einfügen, deine Unterlagen hochladen, im Chat die Websuche einschalten und mit einem echten Auftrag testen. Was nicht passt, änderst du in der Anweisung, nicht im Chat. Dann macht er es beim nächsten Mal richtig.
Und wenn du nicht weiterweißt: Frag die KI selbst, wie du das Projekt anlegst. Sie führt dich Schritt für Schritt durch. Für mich war genau das der größte Aha-Moment. Ich dachte lange, ich müsste erst eine Anleitung lernen.
Was ein KI-Agent nicht kann (und was du nicht hochladen solltest)
- Keine Kundendaten: Namen, Telefonnummern oder Gesundheitsdaten von Kundinnen und Kunden gehören nicht in deinen Agenten.
- Die Websuche sieht nur Öffentliches. Geschlossene Gruppen bei Facebook oder Skool bleiben zu.
- Instagram: Dort findet die Websuche nur Bruchstücke, weil die meisten Inhalte hinter der Anmeldung liegen. Dein Agent braucht dafür einen Browser, in dem du angemeldet bist. Ich nutze dafür die Claude-Erweiterung für Chrome. Die Alternative sind Screenshots, das ist aber aufwendig.
- Öffentlich geht die Meta-Werbebibliothek. Dort siehst du, welche Anzeigen deine Mitbewerber gerade schalten. Ein Agent kann sie regelmäßig für dich durchsehen und daraus Ideen für eigene Anzeigen entwickeln, angepasst an dein Thema statt kopiert.
Deine Aufgabe für diese Woche
Such dir eine Aufgabe, die jede Woche wiederkommt, und schreib den Bauplan auf Papier: Rolle, Unterlagen, Ablauf, Werkzeuge, Ausgabe, Selbstkontrolle, Grenzen. Damit ist der schwierigste Teil erledigt. Das Einrichten selbst dauert dann keine halbe Stunde.
Und dann schreib mir, welchen Agenten du dir als Erstes bauen würdest, als Antwort auf meinen Newsletter oder unter dem YouTube-Video.
Alle Begriffe aus dieser Folge, vom Projekt über die Websuche bis zum KI-Agenten, findest du ohne Fachchinesisch erklärt im kostenlosen KI-Lexikon. Bei jedem Begriff steht ein Auftrag, den du direkt ausprobieren kannst.
Du willst deinen ersten Online-Kurs mit KI erstellen? Im kostenlosen KI-Videotraining zeige ich dir, wie du ihn verkaufst, bevor er fertig ist.
Kapitel
[00:00] Einstieg: Lead Magnet in unter drei Stunden
[01:09] Chat, Assistent, Agent
[02:48] Custom GPTs werden eingestellt
[03:24] Was du für deinen Agenten brauchst
[03:58] Meine KI-Helfer: der Lead-Magnet-Generator
[05:52] Der Caption-Creator
[07:48] Mein Podcast-Agent
[10:42] Was ich dabei gelernt habe
[11:24] Wofür sich ein Agent lohnt
[13:27] Der Bauplan: 7 Bausteine
[16:04] So legst du den Agenten als Projekt an
[16:35] Grenzen: Kundendaten, Websuche, Instagram
[17:50] Deine Aufgabe für diese Woche
Links
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Über mich
Ich bin Sonja Kreye. Über 5.000 Online-Kurse habe ich verkauft, dafür den Digistore-Award für 1 Mio Euro Umsatz bekommen, und ich bin dreifache Amazon-Bestseller-Autorin. Mein Business läuft automatisiert. Jetzt baue ich es mit KI um, und du bist dabei.

