Coach, Berater oder Mentor? Was bist du denn nun?

Eigentlich ist diese Frage völlig irrelevant. Aber dennoch möchte ich heute auf genau dieses Thema eingehen. Die Frage begegnet mir immer wieder und wurde unter anderem in meiner Facebook-Gruppe „Coaching verkaufen ohne Technik-Gedöns“ gestellt.

Gerne gehe ich in diesem Blogartikel genauer darauf ein. Ich finde es wichtig, dass vor allem Coaches verstehen, was eigentlich dahintersteckt. Deshalb erfährst du:

  • Warum dir diese Frage bei der Kundengewinnung im Weg steht
  • Was andere Coaches in meiner Facebook-Gruppe dazu sagen
  • Warum die Frage letztendlich nicht relevant ist

So lautete die Frage in meiner Gruppe:

„Mich würde interessieren, ob ihr euch alle als Coach, Berater, Trainer oder Mentor bezeichnet, oder ob jemand (mit Qualifikation) noch eine ganz andere Bezeichnung führt. 

Hintergrund meiner Frage ist, dass sich ja leider mittlerweile jeder so nennen darf, mit und ohne Ahnung und vielleicht gibt es hier unter so vielen echten Profis ja ganz neue kreative Ansätze!“

Die Diskussion in der Gruppe – das sagen andere Coaches dazu

Zunächst ging es um die genaue Definition von Coach, Berater, Trainer und Mentor und wie sie sich voneinander unterscheiden. Spannend war dabei, dass für die Definition des Coaches immer wieder eines genannt wurde: „Der Coach begleitet nur und sorgt dafür, dass der Coachee die Lösung selbst findet.“

Diese Tatsache nutzen viele Coaching-Verbände, um sich von Beratung, Training oder Mentoring abzugrenzen. Ich erlebe immer wieder, dass sich Coaches durch diese Definition selbst im Weg stehen, wenn es um die Kundengewinnung geht. 

Dieser Kommentar kam unter anderem zu diesem Beitrag: 

„Coach, Trainer und Berater übernehmen komplett unterschiedliche Tätigkeiten. Ein Coach hilft durch Fragen, dass der Klient Erkenntnisse gewinnt und seine eigene Lösung findet. Ein Berater schätzt die Situation des Klienten ein und erteilt Handlungsvorschläge. Ein Trainer wiederum vermittelt Wissen und Fähigkeiten. Dies ist meine Definition. Wobei es natürlich in der Realität oft Überschneidungen gibt“.

Grundsätzlich ist das alles richtig. Die wichtigste Aussage davon ist jedoch, dass es in der Realität oft Überschneidungen gibt. Das wurde wiederum mit diesem Kommentar bestätigt: 

„Diese Definition habe ich auch so gelernt. Aber was mache ich in der Praxis? Alles irgendwie. Ich hatte schon immer Schwierigkeiten, mich an die gelernte Coaching-Fragetechnik zu halten. Also habe ich ein Konzept entwickelt, das sowohl Coaching als auch Training (also Wissensvermittlung) enthält und zusätzlich noch Handlungsoptionen vorschlägt und Wahlmöglichkeiten erhöht. Ganz nach dem Salutogenese-Konzept: Verstehen, um was es geht, wissen, dass ich es kann und den Sinn sowie das Warum dahinter erkennen. Meine Coachees finden es gut.“

Diese Aussage bringt einfach auf den Punkt, um was es geht. 

Für deine Kunden, Klienten und Coachees ist es völlig unerheblich, wie du dich selbst nennst

Sie sind am Ergebnis deiner Dienstleistung interessiert und nicht an der Methodik, wie sie dorthin kommen. Natürlich gibt es auch eine geringe Anzahl an Kunden, die sich intensiver mit Methoden für Coaching, Beratung und Training auseinandergesetzt haben. In der Praxis sind diese Übergänge aber fließend. 

So kommen auch viele hochrangige, mehrfach zertifizierte Coaches nicht ohne Beratung aus. Das weiß ich aus meiner Arbeit mit eben sehr vielen davon, was so auch völlig in Ordnung ist. 

Viele Coaches stehen sich durch die sehr enge Definition des Coachingbegriffes bei der Kundengewinnung selbst im Weg

Das stelle ich immer wieder fest. Wenn du als Coach vorrangig mit Unternehmen arbeitest und Mitarbeiter coachst, ist dieser Ansatz natürlich völlig in Ordnung. Großunternehmen haben sich in den meisten Fällen sehr genau mit den unterschiedlichen Methoden auseinandergesetzt. Sie entscheiden sich deshalb aktiv und wissend für ein Coaching. Somit wünschen sie sich direkt die Begleitung der Mitarbeiter durch einen Coach, um die Lösung aus dem Mitarbeiter selbst heraus zu entwickeln. 

Arbeitest du aber mit selbstzahlenden Kunden, ist die Definition der verhindernde Dolchstoß, um mehr Kunden zu gewinnen. Niemand da draußen investiert sein eigenes Geld, um vielleicht eine Lösung aus sich selbst heraus zu entwickeln. Wir brauchen alle eine gewisse Sicherheit und zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir das gewünschte Ziel erreichen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Verkaufsprozess und Coachingprozess

Unterscheide unbedingt zwischen diesen beiden Prozessen. Im Verkaufsprozess ist es wichtig, dass du als Coach, Berater, Trainer oder Mentor einen Weg vorgeben kannst. Gleichzeitig musst du die Zuversicht ausstrahlen, dass dieser Weg eben auch zum Ziel führt. 

Im Coachingprozess selbst ist es völlig egal, ob der Weg zum Ziel aus Coachingmethoden oder aus einer Mischung von Beratung, Coaching und Training besteht. Wie gesagt, kommt aus meiner Erfahrung kein hochrangiger, mehrfach zertifizierter und gut gebuchter Coach ohne Beratung und Training aus.

Die Expertenbezeichnung – einfach jeder darf sich „Coach“ nennen

Es gibt die viel umstrittene Tatsache, dass sich zumindest hier in Deutschland jeder „Coach“ nennen darf. Diese Bezeichnung ist nämlich nicht geschützt. Hierzu gab es in der Gruppe nochmal einen Kommentar: 

„Das Hin- und Herwerfen von Begriffsdefinitionen, was nun Coaching oder Beratung ist, mag verlockend sein. Ist aber, wenn wir ehrlich sind, letztendlich ein wenig theoretische Beschäftigung mit uns selbst und nichts, was für unsere Kunden relevant wäre. Ich verwende wenig Energie darauf, wie ich mich genau bezeichne und konzentriere mich lieber auf die Art der Ansprache und mit welchen Botschaften ich mich positionieren möchte. 

Ich glaube, Kunden ist es wirklich egal, wie wir uns bezeichnen. Für mich entscheidet über Erfolg und Misserfolg, dass du die Schmerzpunkte und Wünsche deiner Kunden kennst und sie gut in deinem persönlichen Stil bespielen kannst. Kunden möchten Lösungen. Deshalb zählt für sie nur, dass dein Angebot die Lücke zwischen ihrem Problem und dem gewünschten Ergebnis füllt. 

Dein Kunde macht sich viele Gedanken um sein Problem, aber ganz bestimmt nicht darüber, ob du nun Coach, Experte, Profi oder Mentor bist. Du musst ihm nur glaubhaft machen, dass du ihm helfen kannst“.

Diesem Kommentar kann ich absolut zustimmen, denn genau so ist es. 

Darum kann eine Unterscheidung dennoch wichtig sein, welche Bezeichnung du wählst

Auch auf diese Aussage gab es einen Kommentar unter dem Beitrag, der alles auf den Punkt bringt:

„Unternehmerisch gesehen, ist es ein Unterschied, ob man sich Trainer, Coach oder Berater nennt. Berater sind freiberuflich eingeordnet, wenn Ausbildung oder Studium vorhanden sind und unterliegen nicht der Rentenversicherungspflicht. 

Trainer und Coaches sind Selbstständige, oft auch mit Gewerbeschein. Sie werden in der Regel als Lehrende eingeordnet und unterliegen der Rentenversicherungspflicht. In dieser Hinsicht, was Sozialversicherung, Steuer etc. angeht, gibt es definitiv Unterschiede. Wenn du also vor der Entscheidung einer bestimmten Bezeichnung stehst, solltest du dich darüber genau erkundigen.

Ich selbst wurde von meinen Kunden zum Coach gemacht und genau das zeigt, wie machtvoll hier die Außenwahrnehmung ist und wie wenig wichtig die offizielle Definition ist. Ich bin nämlich gar kein Coach. Viele Menschen da draußen nehmen wahr, dass es einen Coaching-Trend gibt. Sie wissen aber eben nicht, wie sich Coaching von Beratung, Training oder Mentoring unterscheidet. Sonst hätte mich auch niemand gefragt, ob ich ihn coachen kann.“

Ein weiterer Kommentar bestätigte auch diese Aussage:

„Ich persönlich fühle mich eher als Mentor und Begleiter in einem Prozess für Veränderungen. Trotzdem verstehen die Leute eher die Bezeichnung Coach“.

So ist es bei mir persönlich auch. Ich habe lange gegen diese Bezeichnung angekämpft als Coach, der gar keine Ausbildung hat. Wenn meine Kunden das aber gerne so möchten, ist es eben so. 

So lautet die Definition von Coach im Wörterbuch

„Ein Coach ist:
1. Jemand, der Sportler oder eine Sportmannschaft, Manager, Künstler etc. betreut.
2. Jemand, der anhand von wissenschaftlich begründeten Methoden einen Klienten berät und betreut, um dessen berufliches Potenzial zu fördern und weiterzuentwickeln.“

Wie du siehst, wird auch hier das Wort „Beratung“ verwendet. Am Ende zählt, dass du deine Nische findest und weißt, was deine Kunden wirklich brauchen.

Fazit: Für deinen Erfolg ist es nur wichtig, mit deinem Angebot auf die Bedürfnisse deiner Zielgruppe einzugehen

Ich hoffe, dass du dich mit diesem Wissen nun als genau die Person bezeichnen kannst, die du gerne sein möchtest und dich nicht zu sehr an Konventionen oder Definitionen orientierst. Vor allem passen nicht alle von Verbänden aufgestellten Konventionen perfekt zu deinem eigenen persönlichen Unternehmen. Für deinen Erfolg ist vor allem wichtig, dass du deine Zielkunden und deren Bedürfnisse kennst und dafür das passende Angebot hast. Deine Bezeichnung ist dafür eher unerheblich.

Hast du auch noch Probleme mit dieser Definition? Oder stehen für dich schon hauptsächlich die Belange deiner Kunden im Vordergrund? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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  1. Es ist festzustellen, dass es sich bei dem Begriff "Coach" nicht um eine rechtlich geschützte Bezeichnung handelt. Weiteres findet sich unter https://www.managerseminare.de/Themen/Coaching. Ungeachtet dessen versuchen die diversen Berufsverbände, Qualitätskriterien zu definieren und Zertifizierungen anzubieten und damit auch Marktzutrittsbeschränkungen durchzusetzen.
    Ich selbst bezeichne mich als Coach und Trainer, gehöre aber ganz bewusst aus Gründen der Unabhängigkeit keinem Verband an. Ich vermag auch nicht einzusehen, warum ich mich nach den diversen Weiterbildungen (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Wirtschaftspsychologie, Psychotherapie) noch einer weiteren Zertifizierung aussetzen sollte.
    Ein ganz anderes Thema ist die steuerliche Einordnung der Tätigkeit (Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb), die aber aufgrund des gewerbesteuerlichen Freibetrages für natürliche Personen und der Anrechnung gezahlter Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer an Bedeutung verloren hat.

  2. In Österreich ist das klar geregelt. Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Die Tätigkeit des Coachings im Bereich Sport, Ernährung, Psyche und psychologische Beratung schon. Egal wie Du Dich nennst, ob Coach, Mentor, Trainer, sobald Du jemanden in diesen drei Bereichen individuell berätst und nicht einfach nur Wissen vermittelst, braucht es eine genormte Ausbildung und unterliegt die Tätigkeit auch einer besonderen Gewerberegelung (reglementiertes Gewerbe).
    Also nicht der Begriff, sondern der Inhalt des Angebots ist entscheidend 🙂

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