KI-Agenten selbst bauen ohne Programmierkenntnisse: Wie ich damit 10.000 Euro gespart habe


Ein KI-Agent erledigt eine Aufgabe für dich, in mehreren Schritten, und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis. Genau das unterscheidet ihn vom normalen Chat mit ChatGPT oder Claude, der dir eine Antwort gibt und dann auf deine nächste Frage wartet.

Ich baue mir solche Agenten gerade selbst. Ohne Programmierkenntnisse. Vorher lagen zwei Angebote auf meinem Tisch, eins über 16.000 Euro und eins über 10.000 Euro, für eine App mit KI-Agenten für meine Kundinnen und Kunden. Ich habe beide abgelehnt. Warum, und was du daraus für dein eigenes Business mitnehmen kannst, liest du hier. Die ganze Geschichte hörst du in der Folge oben.

Definition: Was ist ein KI-Agent?

KI-Agent: eine KI, die ein vorgegebenes Ziel selbstständig verfolgt. Sie plant die nötigen Schritte, nutzt dafür Werkzeuge wie E-Mail, Kalender, Browser oder andere Programme, prüft ihre Zwischenergebnisse und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis, statt nur eine Antwort zu geben.

Eine einheitliche, offizielle Definition gibt es nicht. Die Erklärungen von Softwareanbietern und Fachleuten laufen aber auf dieselben Merkmale hinaus: Ein KI-Agent handelt selbstständig, arbeitet in mehreren Schritten, nutzt Werkzeuge und richtet sich nach einem Ziel.

KI-Agent einfach erklärt

Den Begriff bekommst du gerade überall um die Ohren gehauen. Was heißt das im Alltag?

Wenn du normal mit ChatGPT oder Claude arbeitest, schreibst du eine Frage oder eine Anweisung in den Chat, zum Beispiel: „Schreib mir einen Newsletter zum Thema XY.“ Die KI liefert einen Text. Ganz ehrlich: Meistens klingt der ziemlich nach KI, wenn du ihr vorher nicht gesagt hast, wie du sprichst und was du sagen willst. Danach bist du wieder dran.

Ein Agent arbeitet anders. Er bekommt eine Aufgabe und arbeitet sie Schritt für Schritt ab, bis das Ergebnis fertig ist. Dafür braucht er drei Dinge: ein Ziel, Zugriff auf Werkzeuge (zum Beispiel dein E-Mail-Postfach, deinen Kalender oder deine Website) und Wissen, an dem er sich orientiert, etwa deine Vorlagen oder deine Methodik. Unterwegs prüft er selbst, ob ein Zwischenschritt gelungen ist, und macht dann weiter.

Ich habe mir zum Beispiel Agenten gebaut, die meinen Podcast von vorne bis hinten begleiten: von der Idee über die Stichpunkte für die Aufnahme bis zu Shownotes, Newsletter und den Posts für Social Media. Mein Team und ich müssen nur noch Kleinigkeiten erledigen, etwa die Folge hochladen. Früher hatte ich dafür einen Dienstleister.

KI-Agent, Chatbot oder Automatisierung: Wo ist der Unterschied?

Diese Begriffe werden ständig durcheinandergeworfen. Dabei ist der Unterschied schnell erklärt.

Der Chatbot auf einer Website beantwortet Fragen. Meist greift er auf ein festes Wissen zurück, zum Beispiel auf die häufigen Fragen zu einem Angebot. Er redet mit dir, er tut aber nichts.

Ein personalisierter Chatbot, etwa ein eigener GPT mit deinem Wissen, kennt deine Inhalte und antwortet in deinem Stil. Das ist schon eine Menge wert. Er bleibt aber ein Gesprächspartner: Du fragst, er antwortet.

Ein KI-Agent handelt. Er trägt den Termin in den Kalender ein, legt die Rücksendung an, baut die Seite und veröffentlicht sie. Die Grenze ist fließend: Sobald der Chatbot auf deiner Website einen Termin buchen oder eine Bestellung ändern darf, arbeitet er wie ein Agent.

Eine Automatisierung folgt einem festen Wenn-dann. Wenn jemand deinen Kurs kauft, geht E-Mail 1 raus. Mein Business läuft seit vielen Jahren so, bis zu 60 Kundinnen und Kunden im Monat kommen vollautomatisch in meinen Online-Kurs. Das bleibt auch so. Ein Agent denkt dagegen unterwegs mit. Er stellt zum Beispiel immer dieselben Fragen, aber jede Kundin und jeder Kunde antwortet anders, und daraus muss er etwas Passendes machen. Agenten kommen also dort dazu, wo früher ein Mensch nachdenken musste.

Wo KI-Agenten schon im Einsatz sind, ohne dass du es merkst

Wahrscheinlich hattest du schon mit KI-Agenten zu tun. Ein paar Beispiele:

  • Im Kundenservice von Online-Shops: Der Chat fragt nach deiner Bestellnummer, prüft die Bestellung und legt die Rücksendung gleich an. Früher hat das ein Mensch gemacht.
  • In ChatGPT, Claude und Gemini selbst: Wenn du dort eine Recherche-Funktion nutzt, durchsucht die KI eigenständig Dutzende Seiten, vergleicht sie und schreibt dir einen Bericht. Da ist ein Agent bei der Arbeit.
  • In E-Mail- und Kalenderprogrammen: Assistenten, die Termine vorschlagen, Einladungen verschicken oder Mails vorsortieren, arbeiten zunehmend genauso.
  • Beim Programmieren: Werkzeuge wie Claude Code schreiben, testen und verbessern Programme in vielen Schritten. Genau damit baue ich meine Agenten.

Wofür du KI-Agenten in deinem Business einsetzen kannst

Für Coaches und Expert:innen eignen sich vor allem Aufgaben, die immer wiederkehren, bei denen du aber jedes Mal ein bisschen nachdenken musst:

  • Sichtbarkeit auf Social Media: Der Agent schreibt deine Posts für die ganze Woche in deiner Stimme, zum Beispiel aus deiner letzten Podcastfolge oder deinem letzten Video, und legt sie als Entwürfe in deinem Planungstool an. Du fügst nur noch Fotos oder Videos hinzu und gibst frei. Aus demselben Material entstehen auch Newsletter und Blogartikel. Genau so plane ich inzwischen meine eigenen Posts.
  • Anfragen vorbereiten: Der Agent liest die Antworten aus deinem Bewerbungsformular, schaut sich die Website der Person an und legt dir vor dem Erstgespräch eine kurze Zusammenfassung hin.
  • Neue Kundinnen und Kunden begrüßen: Zugang anlegen, Willkommensmail schicken, ersten Termin vorschlagen.
  • Feedback auswerten: Der Agent liest Umfragen oder Rückmeldungen und sagt dir, was am häufigsten genannt wird.
  • Recherche: Was bieten andere zu deinem Thema an, und zu welchen Preisen? Der Agent sammelt und vergleicht.

Fang mit einer einzigen Aufgabe an, die dich heute nervt. Daran lernst du am meisten.

Meine ersten beiden KI-Agenten für Kundinnen und Kunden

Zwei Agenten werde ich meinen Kundinnen und Kunden als Erstes zur Verfügung stellen:

  • Ein Agent, der eine Anmeldeseite baut, zum Beispiel für ein Webinar, und sie auch veröffentlicht. Egal wie gut unsere Anleitungen und Vorlagen waren, genau hier hakte es immer wieder. Viele haben kein Designverständnis. Ich übrigens auch nicht! Eine Landingpage, die auch noch gut aussehen soll, ist das Schlimmste, was man mir antun kann.
  • Ein Agent, der die passende Kursidee findet, mit dem idealen Preis und dem Format, das zu dir passt: Selbstlernkurs, betreuter Kurs oder ein Online-Coaching in der Gruppe.

In beiden steckt meine Methodik. Meine Kundinnen und Kunden nutzen sie, ohne dass sie jeden Schritt selbst nachbauen müssen.

Warum ich meine KI-Agenten selbst baue

Am Preis lag es nicht. In den Angeboten steckte sicher viel Arbeit, die Summen waren fair. Der eigentliche Grund war ein anderer.

Mir ist aufgefallen, was einer meiner größten Erfolgsfaktoren war, seit ich online bin: Ich kann die Kernsysteme meines Business selbst bedienen. Ich baue bis heute selbst eine Landingpage, verschicke selbst einen Newsletter, richte selbst einen Mitgliederbereich ein. Deshalb kann ich schnell neue Dinge testen. Wenn ich eine Idee für ein Webinar habe und merke, dass sie nicht zündet, habe ich kein Geld verbrannt und auf niemanden gewartet.

Bei KI ist es genauso. Ich will die Dinge, die KI für mein Online Business tut, selbst erstellen und selbst ändern können. Meine Agenten passe ich teilweise am selben Tag an. Ohne Angebot, ohne Rechnung.

KI-Agenten erstellen ohne Programmierkenntnisse: drei Umwege, die du dir sparen kannst

Umweg 1: „Du musst ins Terminal.“ Ich arbeite mit Claude Code. Kollegen, die technisch viel weiter sind als ich, haben mir immer wieder gesagt, dafür müsse ich ins Terminal. Das sieht aus wie früher MS-DOS, weiße Schrift auf schwarzem Grund. Mein Kopf sagt da sofort: auf gar keinen Fall. Inzwischen geht das Ganze über die Desktop-App, und die sieht aus wie ein ganz normaler Chat. Man nennt das Vibe Coding: Du programmierst, ohne selbst Code zu schreiben. Du sagst einfach, was du haben möchtest.

Umweg 2: die Fachbegriffe. Terminal, GitHub, Supabase und so weiter. Viele Begriffe hatte ich schon oft gehört und halbwegs verstanden, aber eben nur halbwegs. Ich bin zu Kollegen gegangen und habe gesagt: Erklär mir das bitte so, als wäre ich fünf. Mit fast 50 weiß ich: Es gibt keine dummen Fragen. Aus all diesen Erklärungen ist mein kostenloses KI-Lexikon entstanden. Fehlt dir ein Begriff, schreib mir, dann kommt er dazu.

Umweg 3: Welche Werkzeuge brauche ich? Lange war mir nicht klar, was ich neben Claude Code noch brauche, um eine Seite zu veröffentlichen oder einen Mitgliederbereich zu bauen. Geholfen hat mir ein kleiner Grundlagenkurs für rund 70 Euro. Danach hatte ich den Überblick. Ich habe vier Monate hin und her überlegt, ob nicht doch ein Dienstleister schneller wäre. Als ich gemerkt habe, dass es gar kein Riesending ist, lief es fast von selbst.

Selbst bauen oder Dienstleister? Drei Fragen

  1. Ändern sich deine Inhalte oft? Im Online Business ändert sich gefühlt jeden Tag etwas. Mit Dienstleister bezahlst du jede Änderung. Bleibt deine Methodik über Jahre gleich, kann ein Dienstleister die bessere Wahl sein.
  2. Steckt dein Kernwissen drin? Mit Geheimhaltungsvereinbarungen ist das abgesichert, klar. Trotzdem kontrollierst du weniger, wo dein Wissen landet.
  3. Hast du Zeit für die Lernkurve? Muss es in zwei Wochen stehen, hol dir Hilfe. Bist du zum Beispiel Ernährungsberaterin oder Ernährungsberater und willst deinen Kundinnen und Kunden eine App zum Tracken von Essen und Kalorien geben, kannst du das heute ohne Programmierkenntnisse selbst bauen.

Und egal, wie du dich entscheidest: Versteh die Begriffe. Dann verstehst du auch das Angebot und zahlst nicht für Dinge, die du nicht brauchst.

„Das ist zu technisch für mich.“ Sagt wer?

Den entscheidenden Satz hat mir ein Kollege aus meiner Mastermind gesagt, ein ITler: „Du schaffst es, 50, 60 Kunden im Monat vollautomatisch in deinen Kurs zu bringen. Das hier ist ein Klacks für dich.“

Er hatte recht. Wer einen Online-Kurs gebaut hat, eine Anmeldeseite und einen Funnel, hat das Schwierige schon geschafft. Als ich angefangen habe, hatte ich noch nie eine Website von innen gesehen. Heute weiß ich: Wenn andere das können, kannst du das auch. Und mit KI ist es leichter als je zuvor.

Was hast du dir bisher nicht zugetraut, weil es zu technisch klang? Schreib es mir gern unter das YouTube-Video oder als Antwort auf meinen Newsletter. Ich lese jede Nachricht selbst.

Alle Begriffe aus dieser Folge, vom KI-Agenten über Vibe Coding bis Claude Code, findest du ohne Fachchinesisch erklärt im kostenlosen KI-Lexikon.

Du willst deinen ersten Online-Kurs mit KI erstellen? Im kostenlosen KI-Videotraining zeige ich dir, wie du ihn verkaufst, bevor er fertig ist.

Kapitel
[00:00] Einstieg: Zwei Angebote über 10.000 und 16.000 Euro
[04:37] Warum ich trotzdem selbst baue
[06:30] Was ist ein KI-Agent?
[08:30] Meine ersten beiden Agenten
[09:50] Agent oder Automatisierung?
[11:26] Umweg 1: „Du musst ins Terminal“
[13:30] Umweg 2: Die Fachbegriffe
[15:04] Umweg 3: Welche Werkzeuge brauche ich?
[16:37] Mein Tipp: klein anfangen
[17:55] Selbst bauen oder Dienstleister? Drei Fragen
[20:20] Der Satz, nach dem alles anders war
[22:40] Was traust du dir nicht zu?

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Über mich
Ich bin Sonja Kreye. Über 5.000 Online-Kurse habe ich verkauft, dafür den Digistore-Award für 1 Mio Euro Umsatz bekommen, und ich bin dreifache Amazon-Bestseller-Autorin. Mein Business läuft automatisiert. Jetzt baue ich es mit KI um, und du bist dabei.

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